Eine Konzeptentwicklung für eine lebendige​​​​​​​
Das Projekt Ort der Erinnerung widmet sich der Gestaltung eines Gedenkorts auf dem Friedhof Moringen. Es erinnert an die dort bestatteten Zwangsarbeiter*innen, Deportierten und Ermordeten und macht historische Lücken sichtbar, die in offiziellen Archiven lange unbenannt blieben. Im Wesentlichen geht es um das Gräberfeld 4 und 9. Auf dem Grabfeld 4 befinden sich Grabsteine mit fehlerhaften Namen und Familienangehörige,  mit Grabsteinen, die zum Teil nicht nebeneinander liegen sondern zwischen den Täter*innen. Dafür wünschte sich die Gedenkstätte Moringen eine Kontextualisierung und wendete sich damit an mich.
Mein Leitgedanke war, die Lücke als Wissen zu begreifen – das Archiv nicht
nur als Speicher von Daten, sondern als Ort des Nichtwissens, des Fragens
und Gedenkens.
Lückenmauer
Die „Lückenmauer“ steht sinnbildlich für das Nicht-Erzählte. Durch ihre offenen Segmente verweist sie auf das Nichterzählte, nicht Gehörte im Archiv – auf verschwundene Biografien und verdrängten Geschichten.
Infostelen aus Cortenstahl
Infostelen aus Cortenstahl
Vogelperspektive
Vogelperspektive
Lücken
Lücken
Band der Namen
Das „Band der Namen“ zieht sich als verbindendes Element durch den Ort und wird sich direkt am Gräberfeld 9 befinden. Es trägt die Namen von den Menschen, die in Moringen inhaftiert waren, dann aber weiter deportiert und in einem anderen Lager ermordet wurden. Die insgesamt 70 Namen, werden auf Bronzetafeln in die Lücken der Wand eingelassen. Allerdings soll nicht jede Lücke geschlossen werden.
Gleichzeitig soll sie in dem Gedanken eines Setzkastens fungieren, eine stille Geste, die nichts vorgibt, sondern vielmehr einen Raum schaffen soll, in dem Menschen auf ihre Art Gedenken können.
Aktueller Stand:

Inzwischen haben das Team der Gedenkstätte
Moringen und ich das Konzept dem Stadtrat sowie dem Kirchenvorstand vorgestellt und die Zusage für die Nutzung der Flächen erhalten. Für die genauere Planung stehe ich Verbindung mit der Betonfirma, sodass ein Teil des Projekts bereits im November dieses Jahr realisiert werden kann.



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