GOLDSCHMIEDE
Vor und während meines Studiums arbeitete ich in der Gold- und Silberschmiede Th. Blume. Dieses alte Familienunternehmen legt großen Wert auf die alte, präzise Handwerkerskunst. Neben der Werkstattwuselei über drei Jahre hinweg, durfte ich nicht nur das Schmieden und Löten lernen, sondern fand auch für mich heraus,  was meine Hände bis heute am liebsten machen.
Neben der Arbeit am Werkbrett entstand außerdem in Zusammenarbeit mit mir eine neue Schmuckreihe, sowie ein Magazin, das ich für die Familie gestaltete.

Erst durch die Felder, rechts und links ein Baum, 
die Eichentür und der Messingklopfer, 
der dunkle Flur und der große Spiegel im Halbdunkel. 
Der Schemel, das Fell und der Feilnagel, solang es geht und es im Rücken ziept.
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
© Mathea Kosse
KOPENHAGEN
Ein Semester verbrachte ich meinen Sommer von der Hochschule aus in Kopenhagen in der Altstadt in  der kleinen Goldschmiede von Kasia Gasparski. Zu dritt drängten wir uns im hinteren Teil des Verkaufsraums und arbeiteten still vor uns hin. Mein Hund Pax lag unter der Werkbank und ich machte meinen ersten Auftrag.
AUSSTELLUNG GRASSI-MUSEUM LEIPZIG
In meinem zweiten Semester an der HAWK durfte ich meinen versilberten Becher im Grassi-Museum in Leipzig ausstellen. 
WERKSTATT
Ich durfte über drei Jahre in den Werkstatträumen des Goldschmiede Ehepaars Kaufmanns arbeiten. Die Werkstatt ist durch einen Flur mit ihren Wohnräumen verbunden. Direkt daneben liegt eine große alte Scheune. Die Werkstatträume wurden nicht mehr benutzt, alles lag unangetastet und verstaubt herum. Oben in der Scheune wuchs wilder Wein. In meinem ersten Sommer dort, räumte ich alles auf und brachte die alten Maschinen wieder zum Laufen.
Mit dem Aufräumen der Räume wurden mir die Räume zwar etwas vertrauter, aber es war seltsam in den Werkstatträumen zu arbeiten, die von Jahrzehnten fremder Menschen erzählten. Auf dem Boden der Scheune fand ich alte Fotoalben des Ehepaars, ich hatte sie selbst leider nie richtig persönlich kennenlernen dürfen. Ich begann den Versuch mich diesem Ort auf meine Weise anzunähern und malte in Tusche aus den Alben ab. Nun hängt mein Bild da und wurde letzten Sommer vom Wein eingenommen. Es war ein Projekt, das ganz und gar nur für mich selbst war. Es gab nur mich, den Pinsel und die Scheune und das reichte.
EIN LÖFFEL für meine NICHTE
Zu der Geburt meiner Nichte soll sie von mir einen Silberlöffel bekommen. Sie soll ihn einmatschen, Dellen und Macken reinschlagen dürfen. Dafür mache ich ihn. Mein erster Löffel. Er soll schlicht sein und sie über eine lange Zeit begleiten. Das Projekt hat mich motiviert, weniger zu planen und einfach mal zu machen. Beim Prozess kam ich immer wieder in den Genuss der schönen alten Maschinen, die so treu und still seit Jahrzehnten vor sich hinarbeiten. Mit Freunden habe ich den letzten Monat viel geschafft. Alte Maschinen, wie die Spindelpresse funktionieren jetzt nicht nur, sondern haben auch einen angemessenen Ort bekommen. 
Gleichzeitig hat mir das Arbeiten in der Werkstatt aber auch gezeigt, dass ich die letzten Wochen zu wenig alleine mit mir selbst war. Ich wollte, dass alles funktioniert und möglichst schnell. Aber Metall ist ein langsames Material und es will nicht immer, wie ich es gerne hätte.
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