Der Kehrwiederplatz, der richtige Ort zum Gedenken?
- Ort mit Atmosphäre
- Eine „schöne“ Etappe von vielen innerhalb eines zurückgelegten Weges (Strecken erscheinen kürzer)
- Vermischung von Alt (Wohnsiedlung) und Jung (HAWK)
- Persönlich durch Eingänge zu den Hinterhöfen
- Nachbarschaft mit Verantwortungsbewusstsein über den Bordstein hinaus
- Kein zwingender geschichtlicher Bezug
- Keine Synästhesie
- Schnelle rückt in den Hintergrund, hier wird eher flaniert statt geeilt (abbremsen durch schmale Gasse)
- Viele Details und lebendige Formen (schräge Balken, Treppe zum Kunstverein, Ronde, usw.)
- Verkehrsberuhigter Bereich
- fließende Durchmischung von kulturellem Leben (Hildesheimer Kulturverein) und privatem Haushalt
- Gegenüberstellung von großer (Wall) und kleiner Räumlichkeit (Platz)
- Schützender Schatten durch Baumkrone des Ahorns
LEITGEDANKEN
- Öffentlicher Raum dient nicht allein der eigenen Fortbewegung, sondern als sozial, kommunikativer Raum
- Eine reichende Hand: Erinnerungsarbeit nicht in Gestalt einer starren autonomen Wand, sondern durch Sitzangebote und Begrünung
- Raum im Mittelpunkt der Erzählung
- Sitzmöglichkeiten, um geschützter und offener im Raum sitzen zu können (Konfrontation und Distanzierung frei wählbar)
- Leitende Wege, die die Passanten abbremsen (Keine Reizüberflutung durch Informationstafeln)
- Abbremsen der Besuchenden durch klein-formartige Erinnerungsarbeit: Es muss erst Nähe aufgebaut werden, um die Erinnerungsarbeit erkennen, verstehen und befühlen zu können
- Partizipative Erinnerungsarbeit durch Identifikation, Reflexion und möglich folgende Dialoge vor Ort oder im Verlaufe des Stadtbesuches
- Inkludierende Erinnerungsarbeit: Höhe, Format und Zugänglichkeit (barrierefrei: Projektstudie S. 61 f.) für möglichst breites Publikum
- Möglichkeit durch Belebung der Straßen durch allgemeines Zusammenkommen auf dem Platz (Veranstaltungen oder Spontantreffen)
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© Mathea Kosse
Persönliche Geschichten
Es handelt sich bei dieser Arbeit um zeichnerische Interpretationen und nicht um Fotografien, es soll hier nicht der Eindruck von Fälschung, Nachahmung oder gar versuchter Historizität entstehen. Für die Betrachtenden soll transparent sichtbar sein, dass diese Erinnerungsarbeit eine gegenwärtige Auseinandersetzung behandelt.
Die Zeichnungen stehen exemplarisch für einzelne Szenen des Holocaust in Hildesheim. Durch das Erzählen persönlicher Geschichten wird Nähe geschaffen.
Plötzlich finden die Gräueltaten nicht länger weit weg in den Konzentrationslagern statt, sondern sie waren mitten in den Straßen, da wo jetzt alles nicht mehr sichtbar ist.
Kurze Texte ordnen das Visuelle in den Gesamtkontext der Geschichte ein und ergänzen Details und Hintergründe direkt neben den Zeichnungen.
erzählen mit EMAILL
- OPFER der NS-Zeit stehen im Mittelpunkt
- Zwangskennzeichnungen nur angedeutet
- Lebendiger Zeichenduktus entstand durch unebene Oberfläche des Emails
- Zeichnungen werden von jeder besuchenden Person selbst mit Gefühlen aufgeladen (Partizipation)
- fühlbare Zeichnung (gewölbte Oberfläche, oxidierter Kupferrand)
© Mathea Kosse
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AKTUELLER STAND
Nach meiner Bachelorarbeit beschäftigte ich mich weiter intensiv mit dem Thema Gegenwartsbewältigung und stellte fest, dass ich einige Dinge an dem jetzigen Konzept ändern möchte. So bleiben noch Fragen offen, inwieweit sich diese Arbeit mit dem Versöhnungstheater verhält. Verstärkt es womöglich den Opferkult und  Fremdzuschreibungen? Wie umgehen mit Tätermaterial und Archivlücken?
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