ANDREASPLATZ NORD IN HILDESHEIM
Die Stadt Hildesheim möchte das Wort als konfliktlösendes Element nutzen und stellte dazu anlässlich des 70-jährigen Gedenkens der Zerstörung der Stadt von 1945 die „Wortskulptur“ von Gerd Winner auf. Der Wunsch ging damals an uns Studierende beim Auftrag dieses Konzeptes, die Einwohnenden Hildesheims in die drei Säulen (jährliche Friedensrede mit Wanderpokalverleihung, Skulptur des Wortes und der dritten Skulptur, der Nadel) des Gedenkens miteinzubinden und verständlich zu machen.
Das Ganze lief unter den Leitgedanken „Erinnern, Verpflichten, Ermutigen“ und soll den Platz erlebbar machen. Die Auftraggebenden entschieden sich für meinen Entwurf. Seitdem fanden viele Treffen statt und es wurde sich darauf geeinigt den Platz ganzheitlich zu gestalten; sowohl die Nord- als auch die Südseite des Platzes.
EIN STUHL FRAGT
Nach meinem Auslandssemester in Kopenhagen war ich stark davon inspiriert, was Stadt sein kann. Viele Ideen wurden mir zum Vorbild. So verhielt es sich auch mit dem „roten Stuhl“. Überall in den Kopenhagener Parks waren Stühle frei zugänglich. Man konnte sie sich einfach nehmen. Ingesamt merkte ich dem Park seine Fürsorge an. Überall wurden gestalterische Gesten angeboten. 
Dieser Stuhl wurde symbolisch für mich, was Gestaltung sein kann und diente mir als Grundlage für meine Umfrage auf dem Andreasplatz. Dazu befragte ich Besuchende, was sie sich auf dem Platz noch wünschen. 
EINE WINDHARFENBAUERIN
In Zusammenarbeit mit Jutta Kelm, entstanden die ersten Konzepte. Sie schickte mir eine zwei Meter lange Windharfe zu, damit ich die Windbedingungen vor Ort testen konnte. Nach einem Besuch von ihr, stellte sich schnell heraus, dass der Kirchplatz ideale Bedingungen besitzt. Zugwinde, die sich durch die Gassen beschleunigen, aber vollem die gleichmäßig herabfallenden Fallwinde sind geeignet, um eine Windharfe zum Klingen zu bringen.
KONZEPTION
- Skulptur des Wortes im Mittelpunkt des Platzes
- Begrünung dient nicht zur Dekoration, sondern ergänzend zur Architektur
- Wildblumenstreifen hat leitende Funktion und verbindet bildlich die „drei Säulen“ miteinander
- Heimische Sorten und Artenvielfalt unterstützen
- Bodenversiegelung entgegenwirken + Abkühlung 
- Möglichkeiten des Rückzugs und der offenen Konfrontation
- Eingrenzung des Raumes durch Sitzmöglichkeiten
- Die Stadt nicht mehr als Fortbewegungsmittel betrachten, sondern als sozial funktionierender Raum—> nicht von den Straßen aus denken, sondern vom Fußgänger*innenverkehr
- Multifunktionaler Raum (nicht nur als Abkürzung): vollwertiges Quartier, kein nach Aufgaben oder Tätigkeiten abgegrenzter Bereich (vgl. Testplanung Bypass Bernost)
WINDHARFE​​​​​​​

Eine Windharfe ist ein Klangkörper, der durch den Wind zum Klingen gebracht wird. Auf der Nordseite des Kirchplatzes können die Schwierigkeiten des Platzes in etwas Gutes umgewandelt werden. Die Fall- und Zugwinde sollen eine Windharfe zum Klingen bringen:
- Je schneller die Windgeschwindigkeit, desto höher der Ton
- Bei geringem Wind, ist die Harfe stumm, aber durch das Anlegen des Ohrs an den Klangkörper, sind dennoch Töne hörbar
- Klang ist durch Verweilen auf integrierter Sitzmöglichkeit nicht nur hör- sondern auch spürbar
FRIEDENSPREISTRÄGER*INNEN
Die Friedenspreistragenden werden sichtbar gemacht, indem sie in die Windharfe integriert werden
Friedenspreistragenden werden in eine weitergeführte, geschwungene Sandsteinwand auf Bronzeplatten eingelassen
- Ein Begegnen auf Augenhöhe
- Lebendige, willkürliche Anordnung in der Wand, um eine Reihung oder privilegiertere Platzierungen zu vermeiden
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